StartseiteWissenWas passiert bei einem Bentonit-Austritt (Blow-out) während einer Spülbohrung?

Kurz beantwortet: Bei einem Blow-out tritt Bentonit-Bohrspülung unkontrolliert an der Geländeoberfläche oder im Gewässer aus. Dann gilt: Bohrung sofort stoppen, Austrittsstelle sichern und eindämmen, ausgetretene Spülung abschöpfen und fachgerecht entsorgen sowie die zuständige Wasser- beziehungsweise Naturschutzbehörde informieren. Die Umweltbaubegleitung hält dafür den Havarieplan vor und dokumentiert den Vorfall.

Sofortmaßnahmen im Havariefall

  1. Bohrstopp: Vortrieb und Spülungszufuhr werden unterbrochen, um den Austritt nicht weiter zu speisen.
  2. Eindämmen: Die Austrittsstelle wird mit Erdwällen, Folien oder Sperren gesichert; im Gewässer kommen Trübungsschutz und Absperrungen zum Einsatz.
  3. Abschöpfen: Ausgetretene Suspension wird abgepumpt oder abgeschöpft und über den Spülungskreislauf oder als Abfall entsorgt.
  4. Melden: Der Vorfall wird unverzüglich der zuständigen Behörde angezeigt; das weitere Vorgehen – etwa geänderte Bohrparameter oder eine Trassenanpassung – wird abgestimmt.
  5. Dokumentieren: Ort, Menge, Maßnahmen und Freigabe der Wiederaufnahme werden protokolliert.

Vorsorge entscheidet über den Schaden

Ob ein Blow-out glimpflich verläuft, hängt von der Vorbereitung ab: Drucküberwachung während der Bohrung, ausreichende Überdeckung, Beobachter an Gewässer und Gelände sowie vorgehaltenes Havariematerial direkt an der HDD-Bohrung. Warum die Spülung ökologisch kritisch ist, obwohl Bentonit chemisch weitgehend inert ist, erklärt der Beitrag Ist Bentonit umweltschädlich? – und wie Havarievorsorge generell organisiert wird, das Notfallmanagement der UBB. Kleinere Austritte an Land sind deutlich einfacher zu beherrschen als ein Austritt in fließendes Wasser – entsprechend streng sind die Auflagen an Gewässerquerungen.

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Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Alle Fragen im Überblick