Startseite › Wissen › Was ist ein Stammschutz und wie wird er richtig angebracht?
Kurz beantwortet: Ein Stammschutz ist eine Ummantelung des Baumstamms aus senkrechten Bohlen mit dazwischenliegender Polsterung, die mechanische Schäden durch Baumaschinen abfängt. Er wird eingesetzt, wenn ein vollflächiger Schutzzaun nicht möglich ist — und ist korrekt nur, wenn die Bohlen nicht direkt am Stamm anliegen und nichts in den Baum genagelt oder geschraubt wird.
Richtige Ausführung Schritt für Schritt
- Polsterung am Stamm anbringen (z. B. Gummimatten oder Vlies), Wurzelanläufe aussparen,
- senkrechte Bohlen von etwa 2 m Höhe rundum stellen — ohne direkten Stammkontakt, Abstandshalter verwenden,
- Bohlen mit Draht oder Bandstahl gegeneinander verspannen, niemals am Baum befestigen,
- regelmäßig kontrollieren und nach Bauende rückstandsfrei entfernen.
Typische Fehler auf Baustellen
- Bohlen direkt auf der Rinde — Druckstellen schädigen das Kambium,
- Nägel oder Schrauben im Stamm als Befestigung,
- zu kurzer Schutz, der Anfahrschäden im Kronenansatz nicht verhindert,
- Stammschutz als Alibi: Er ersetzt keinen Wurzelschutz gegen Befahrung und Lagerung.
Der Stammschutz ist immer die zweitbeste Lösung: Die DIN 18920 sieht vorrangig die Einzäunung des gesamten Wurzelbereichs vor — die Maße erklärt der Beitrag zum Schutzabstand des Baumschutzzauns. Nur wo Arbeitsraum fehlt, etwa auf engen Trassenabschnitten, darf auf Einzelschutz umgestellt werden — und auch dann bleiben Wurzelbereich und Kronentraufe tabu für Lagerung und Befahrung; die Anforderungen dazu enthält die DIN 18920.
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Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Alle Fragen im Überblick