Startseite › Wissen › Was macht man mit Jakobskreuzkraut auf Baustellenflächen?
Kurz beantwortet: Jakobskreuzkraut wird auf Baustellenflächen vor der Samenreife ausgestochen oder gemäht und vollständig von der Fläche entfernt, weil seine Pyrrolizidinalkaloide für Weidetiere stark leberschädigend sind – auch getrocknet in Heu und Silage. Besonders konsequent ist auf Rekultivierungsflächen neben Grünland vorzugehen, damit die Art nicht in Futterflächen einwandert.
Warum die Pflanze problematisch ist
Jakobskreuzkraut ist – anders als Staudenknöterich oder Riesenbärenklau – eine heimische Art und kein Neophyt. Problematisch ist es trotzdem: Seine Pyrrolizidinalkaloide verursachen bei Pferden und Rindern schwere Leberschäden. Auf der Weide meiden Tiere die bitter schmeckende Pflanze meist, in Heu und Silage gehen die Bitterstoffe jedoch verloren, während das Gift wirksam bleibt. Genau deshalb reagieren Landwirte empfindlich, wenn Baustellen der Art neue Ausbreitungsflächen bieten.
Warum Baustellen betroffen sind
Offene Rohbodenflächen nach Bauende – Arbeitsstreifen, Mieten, Baustraßenränder – sind ideale Keimbetten für den Lichtkeimer. Lückige oder verspätete Ansaaten verschärfen das Problem.
Maßnahmen in der Praxis
- Bestände vor der Samenreife (Blüte etwa Juni bis August) ausstechen oder tief mähen und das Material von der Fläche entfernen – nicht liegen lassen
- Rekultivierungsflächen zügig und lückenlos begrünen, denn eine dichte Narbe unterdrückt den Aufwuchs; die Grundlagen erläutert der Beitrag zur Saatgutwahl bei der Rekultivierung
- Flächen neben Grünland in den Folgejahren nachkontrollieren und Vorgehen mit den Bewirtschaftern abstimmen – auch im Interesse der Flurschadensregulierung
Die Nachsorgekontrollen gehören zur Rekultivierung nach dem Leitungsbau und werden dokumentiert.
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Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Alle Fragen im Überblick