Startseite › Wissen › Wie wird die Haselmaus vor einer Rodung aus dem Baufeld gebracht?
Kurz beantwortet: Die Haselmaus wird vor der Rodung mit Niströhren und Nistkästen aus dem Baufeld gelockt: Die künstlichen Quartiere werden im Frühjahr ausgebracht, über die Saison kontrolliert und die darin angetroffenen Tiere in vorbereitete Ausgleichsflächen umgesetzt. Am wirksamsten ist das Umsetzen von September bis Mitte Oktober, vor dem Winterschlaf.
Der Ablauf über die Saison
- Frühjahr: Niströhren und Kästen werden in dichter Folge entlang der Gehölze im Baufeld aufgehängt.
- Sommer: Regelmäßige Kontrollen zeigen, wo Tiere und Nester sitzen — zugleich der Nachweis für die Behörde.
- September bis Mitte Oktober: Angetroffene Tiere werden mitsamt Quartier in die vorbereitete Ausgleichsfläche umgesetzt. Jetzt sind sie aktiv und können sich dort vor dem Winterschlaf noch Fettreserven und Nester anlegen.
- Winter: Erst nach dieser Räumung beginnt die Gehölzrodung — zweistufig, weil Wurzelstöcke als Winterquartier stehen bleiben.
Voraussetzungen
Das Zielhabitat muss vor der Umsetzung geeignet sein: strukturreiche Hecken oder Waldränder mit Nahrungsgehölzen, ergänzt um zusätzliche Nistkästen. Fang und Umsetzung der streng geschützten Art (Anhang IV FFH-Richtlinie) erfolgen auf Grundlage einer behördlichen Zulassung und werden lückenlos dokumentiert.
Warum nicht einfach roden?
Ohne Vorlauf säßen im Winter schlafende Haselmäuse in Nestern in Bodennähe und im Wurzelbereich — die Rodung würde gegen Tötungs- und Zerstörungsverbote des § 44 BNatSchG verstoßen. Die Kombination aus Lockquartieren, Umsetzen und gestaffelter Rodung ist der anerkannte Weg aus diesem Konflikt.
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Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Alle Fragen im Überblick