Startseite › Wissen › Was bedeutet der Landschaftsplan des Kreises für Baustellen im NRW-Außenbereich?
Kurz beantwortet: Der Landschaftsplan ist in Nordrhein-Westfalen eine Besonderheit: Kreise und kreisfreie Städte stellen ihn nach § 7 LNatSchG NRW als kommunale Satzung auf, und zwar für den bauplanungsrechtlichen Außenbereich. Seine Festsetzungen — Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmale samt Ge- und Verboten — gelten dort unmittelbar und binden auch Baustelleneinrichtung, Zuwegungen und Lagerflächen.
Was im Plan steht
Der Landschaftsplan besteht aus Karte, Text und Begründung. Er enthält Entwicklungsziele für Natur und Landschaft, festgesetzte Schutzgebiete und Schutzobjekte sowie Entwicklungs-, Pflege- und Erschließungsmaßnahmen. Weil er als Satzung beschlossen wird, wirken die Verbote wie Ortsrecht — ohne dass zusätzlich eine gesonderte Verordnung ergehen müsste.
Typische Konflikte auf Trassenbaustellen
- Baustelleneinrichtungsfläche oder Materiallager innerhalb eines festgesetzten Landschaftsschutzgebiets
- temporäre Zuwegung über eine festgesetzte Fläche für Entwicklungsmaßnahmen
- Beseitigung eines als geschützter Landschaftsbestandteil festgesetzten Gehölzes oder Kleingewässers
- Bodenlagerung oder Befahrung in einem Bereich mit Veränderungsverbot
Wie man damit umgeht
Vor der Flächenplanung ist der Landschaftsplan des jeweiligen Kreises abzufragen und mit dem Baustellenlayout zu überlagern. Wo Verbote greifen, kommen eine im Plan selbst vorgesehene Ausnahme oder eine Befreiung nach § 67 BNatSchG in Betracht — beides mit Vorlauf. Ist das Vorhaben planfestgestellt, sind diese Entscheidungen typischerweise bereits im Beschluss aufgegangen; kurzfristige Flächenerweiterungen während der Bauzeit aber gerade nicht.
Vertiefend: Bauen im Landschaftsschutzgebiet, Querung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie Zuständigkeiten in NRW.
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Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Alle Fragen im Überblick