StartseiteWissenWie funktioniert die Vergrämung von Feldlerche und Kiebitz vor Baubeginn?

Kurz beantwortet: Die Vergrämung von Feldlerche und Kiebitz kombiniert Flatterbandreihen im Raster von rund 20 Metern mit regelmäßiger Bodenbearbeitung und dem Entfernen der Vegetation. Sie beginnt vor der Revierbesetzung ab Ende Februar und wird bis zum Baubeginn laufend kontrolliert und instand gehalten. Ziel ist, dass die Fläche als Brutrevier gar nicht erst angenommen wird.

Die Bausteine der Vergrämung

  • Flatterband: Reihen aus Pfählen mit Flatterband in einem Raster von etwa 20 Metern überziehen die Fläche mit Bewegung und Geräusch — Bodenbrüter meiden solche Strukturen bei der Revierwahl.
  • Bodenbearbeitung: Grubbern oder Eggen in regelmäßigen Abständen zerstört Deckung und signalisiert Unruhe; zugleich bleibt die Fläche vegetationsfrei.
  • Vegetationsentfernung: Ohne Deckung und Singwarten verliert die Fläche für Feldlerchen ihre Attraktivität; auf Teilflächen kann auch der Oberbodenabtrag vorgezogen werden.

Timing und Kontrolle entscheiden

Kiebitze kehren ab Ende Februar in die Brutgebiete zurück, Feldlerchen besetzen ihre Reviere ab März — die Maßnahmen müssen also stehen, bevor die Revierbesetzung beginnt. Danach wird ein- bis zweimal pro Woche kontrolliert: Hält das Band? Kommt Vegetation auf? Gibt es Revierverhalten? Denn die Grenze ist absolut: Hat ein Paar mit der Brut begonnen, ist jede weitere Vergrämung verboten und der Bereich bis zum Ausfliegen blockiert.

Die Maßnahmen werden mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt und dokumentiert — auch, um den Verdacht einer unzulässigen Störung angrenzender Brutbestände auszuräumen.

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Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Alle Fragen im Überblick